Stuhltransplantation (FMT) – Die Starnberger Methode
Medizinisch geprüft von Prof. Dr. Martin Storr, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. Update 23.6.2026
Prof. Dr. Martin Storr ist nationaler und internationaler Experte zu den Themen FODMAP (PMID34891206, PMID30542869, PMID27119689, PMID2490888), Reizdarm (PMID39589118, PMID22783191, PMID41991876), Stuhltransplantation (PMID33744169, PMID37187187), Herausgeber von medizinischen Leitlinien (PMID42095009, PMID28507746) und Autor von zahlreichen Sachbüchern.
Die Stuhltransplantation, medizinisch als Fäkale Mikrobiota-Transplantation (FMT) bezeichnet, gehört zu den wirksamsten mikrobiombasierten Therapieverfahren der modernen Gastroenterologie. Ziel der Behandlung ist die Wiederherstellung eines gesunden Darmmikrobioms durch die Übertragung aufbereiteter Darmbakterien eines sorgfältig untersuchten Spenders auf einen Patienten mit einer gestörten Darmflora. Insbesondere bei wiederkehrenden Infektionen mit Clostridioides difficile erzielt die Methode Heilungsraten von über 80–90 % und wird von internationalen Fachgesellschaften empfohlen. Die wissenschaftliche Evidenz für diese Therapie ist mittlerweile so stark, dass FMT in Leitlinien als Standardtherapie bei rezidivierenden Clostridioides difficile-Infektionen verankert ist. (PubMed)
Aus der gastroenterologischen Praxis empfehlen wir die Stuhltransplantation insbesondere dann, wenn wiederholte Antibiotikatherapien keine dauerhafte Stabilisierung des Darmmikrobioms erreichen konnten. Häufige Beobachtungen im Rahmen des Therapieerfolgs in der Praxis sind eine rasche Normalisierung der Stuhlfrequenz, eine Verringerung von Bauchschmerzen sowie eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität nach erfolgreicher Mikrobiomrekonstruktion.
Key-Words: fäkaler Mikrobiomtransfer, Stuhltransplantation, Stuhlspende, Clostridien Behandlung, wiederkehrende Clostridien, FMT Deutschland, FMT Bayern, Stuhltransplantation München, Stuhltransplantation Erfahrungen, Starnberger Metode
Was ist eine Stuhltransplantation?
Definition der Stuhltransplantation
Eine Stuhltransplantation (FMT) ist ein medizinisches Verfahren, bei dem aufbereitete Darmmikroorganismen eines gesunden Spenders in den Darm eines Empfängers übertragen werden, um eine gestörte Darmflora wiederherzustellen.
Diese Definition entspricht dem aktuellen wissenschaftlichen Verständnis der Fäkalen Mikrobiota-Transplantation. Die Therapie basiert auf der Erkenntnis, dass zahlreiche Erkrankungen des Darms mit einer ausgeprägten Störung des Mikrobioms verbunden sind. Durch die Übertragung eines vielfältigen und gesunden Bakterienspektrums kann das mikrobiologische Gleichgewicht im Darm wiederhergestellt werden.
Der menschliche Darm beherbergt mehrere Billionen Mikroorganismen. Diese beeinflussen die Verdauung, die Immunfunktion, den Stoffwechsel sowie die Barrierefunktion der Darmschleimhaut. Kommt es beispielsweise durch Antibiotika zu einer massiven Schädigung dieser Bakteriengemeinschaft, können krankmachende Keime wie Clostridioides difficile die Kontrolle übernehmen und schwere Durchfälle verursachen.
FMT stellt in diesem Zusammenhang keine klassische Medikamententherapie dar, sondern eine gezielte Wiederherstellung eines funktionierenden mikrobiellen Ökosystems.
Wissenschaftliche Evidenz: Die wegweisende randomisierte Studie von van Nood et al. zeigte bereits 2013, dass die Übertragung von Spenderstuhl deutlich wirksamer ist als eine alleinige Antibiotikatherapie bei rezidivierender Clostridioides difficile-Infektion. Nach einer einzigen Behandlung waren 81 % der Patienten geheilt; nach einer zweiten Behandlung stieg die Erfolgsrate auf 94 %. (van Nood et al., 2013, PMID: 23323867, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23323867/) (PubMed)
Wann wird eine Stuhltransplantation durchgeführt?
Die wichtigste wissenschaftlich etablierte Indikation für eine Stuhltransplantation ist die wiederkehrende Infektion mit Clostridioides difficile. Quelle: Stallmach 2024, PMID 37187187 DOI: 10.1055/a-2075-2725
Genauere Informationen zur Durchführung finden Sie auch hier.
Medizinisch anerkannte Indikationen
Internationale und Deutsche Leitlinien empfehlen FMT / Stuhltransplantation insbesondere bei:
- mehrfach rezidivierender Clostridioides difficile-Infektion,
- antibiotikarefraktären Verläufen,
- schweren oder fulminanten Krankheitsverläufen nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung.
Die American Gastroenterological Association empfiehlt den Einsatz mikrobiombasierter Therapien bei rezidivierender Clostridioides difficile-Infektion nach Abschluss der Standardantibiotikatherapie. Quelle: Stallmach 2024, PMID 37187187 DOI: 10.1055/a-2075-2725
Experimentelle Anwendungsgebiete
Aktuell wird FMT außerdem wissenschaftlich untersucht bei:
- Colitis ulcerosa,
- Reizdarmsyndrom,
- Morbus Crohn,
- Leberzirrhose,
- metabolischem Syndrom,
- neurologischen Erkrankungen.
Für diese Indikationen liegen bisher jedoch keine ausreichenden Daten für eine routinemäßige Empfehlung außerhalb klinischer Studien vor. Quelle: Stallmach 2024, PMID 37187187 DOI: 10.1055/a-2075-2725
Aus der gastroenterologischen Praxis empfehlen wir bei diesen Erkrankungen eine individuelle Bewertung der wissenschaftlichen Datenlage und eine ausführliche Nutzen-Risiko-Aufklärung.
Behandlung bei Clostridioides difficile
Warum ist Clostridioides difficile gefährlich?
Clostridioides difficile ist ein toxinbildendes Darmbakterium, das nach Antibiotikatherapien schwere Durchfälle und Darmentzündungen verursachen kann.
Patienten entwickeln häufig:
- wässrige Durchfälle,
- Fieber,
- Bauchschmerzen,
- Dehydratation,
- schwere Dickdarmentzündungen.
Besonders problematisch sind Rezidive. Nach einer ersten Infektion kommt es bei etwa 20–30 % der Patienten zu einem Rückfall. Nach mehreren Rezidiven steigt das Risiko weiterer Rückfälle erheblich an.
Warum wirkt FMT so gut?
Antibiotika beseitigen zwar den Erreger, können gleichzeitig jedoch die schützende Darmflora weiter schädigen. FMT verfolgt einen anderen Ansatz: Die Therapie stellt die natürliche mikrobielle Vielfalt wieder her und verdrängt dadurch Clostridioides difficile.
Eine aktuelle Metaanalyse mit Tausenden Patienten zeigte Heilungsraten von 91 % nach wiederholter FMT und etwa 84 % nach einmaliger Behandlung. Die Number Needed to Treat (NNT) lag bei lediglich 1,5 gegenüber Standardantibiotika. (Baunwall et al., 2020, PMID: 33437951, DOI: 10.1016/j.eclinm.2020.100642) (PMC)
Die Starnberger Methode
Was versteht man unter der Starnberger Methode?
Die von Prof. Dr. Martin Storr am Zentrum für endoskopie entwickelte Starnberger Methode bezeichnet ein strukturiertes Vorgehen zur Durchführung der Fäkalen Mikrobiota-Transplantation (bidirektionaler Stuhltransfer (bFMT)) unter besonderer Berücksichtigung von:
- sorgfältiger Spenderauswahl,
- umfangreicher mikrobiologischer Diagnostik,
- standardisierter Aufbereitung,
- individueller Patientenbetreuung,
- engmaschiger Nachsorge.
In einer klinischen studie zum bFMT nach der Starnberger Methode ist die Starnberger Methode mit einer 100% Wirksamkeit verbunden Quelle: Bestfater, Storr et al., PMID: 33744169, DOI: 10.1016/j.dld.2021.02.022. Eine erfolgreiche FMT beginnt bereits vor der eigentlichen Transplantation. Entscheidend für Sicherheit und Wirksamkeit ist die Auswahl eines geeigneten Spenders. Moderne Screeningprogramme umfassen heute umfangreiche Blut- und Stuhluntersuchungen auf bakterielle, virale und parasitäre Erreger.
Aus der gastroenterologischen Praxis empfehlen wir eine standardisierte Qualitätskontrolle aller Spenderproben. Häufige Beobachtungen in der Praxis zeigen, dass eine konsequente Spenderselektion wesentlich zur Sicherheit der Behandlung beiträgt.
Ziel der Starnberger Methode
Das primäre Ziel besteht in der langfristigen Wiederherstellung eines stabilen und vielfältigen Darmmikrobioms sowie der Vermeidung weiterer Antibiotikabehandlungen.
Erfolgsraten und wissenschaftliche Daten
Wie erfolgreich ist eine Stuhltransplantation?
Eine Stuhltransplantation gehört zu den erfolgreichsten Behandlungen innerhalb der Gastroenterologie.
Die wichtigsten wissenschaftlichen Ergebnisse sind:
| Studie | Heilungsrate |
|---|---|
| van Nood et al., 2013 Pubmed | 81 % nach einmaliger FMT, 94 % nach wiederholter FMT |
| Kassam et al., 2013 (Metaanalyse) | 92 % Gesamterfolg |
| Kelly et al., 2016 | 90,9 % Erfolgsrate mit Fremdspenderstuhl |
| Baunwall et al., 2020 Bestfater et al., 2021 | 91 % nach wiederholter FMT 100% bidirektionaler bFMT, Starnberger Methode |
(PubMed)
Warum sind die Erfolgsraten so hoch?
FMT behandelt nicht nur den Erreger, sondern korrigiert die zugrunde liegende Störung des Mikrobioms. Dadurch wird die natürliche Resistenz des Darms gegenüber Krankheitserregern wiederhergestellt.
Ablauf der Behandlung
Vorbereitung
Vor der Behandlung erfolgt eine umfassende medizinische Untersuchung.
Hierzu gehören:
- Anamnese,
- Laboruntersuchungen,
- Bewertung von Vorerkrankungen,
- Aufklärungsgespräch.
In vielen Zentren wird vor FMT eine vorbereitende Antibiotikatherapie durchgeführt, bei der Starnberger Methode ist dies nicht erforderlich.
Durchführung
Die Übertragung des Mikrobioms kann erfolgen über:
- Koloskopie,
- Darmsonde,
- Kapseln,
- Einläufe.
Die Koloskopie gilt in vielen Zentren weiterhin als etablierter Standard, da eine gezielte Verteilung des Transplantats im Dickdarm möglich ist.
Nachsorge
Nach der Behandlung erfolgt eine klinische Kontrolle. Häufige Beobachtungen in der Praxis sind bereits innerhalb weniger Tage eine Verbesserung der Beschwerden und eine Normalisierung der Stuhlkonsistenz.
Risiken und Nebenwirkungen
Ist eine Stuhltransplantation gefährlich?
Die FMT gilt insgesamt als sicheres Verfahren, sofern sie unter kontrollierten medizinischen Bedingungen durchgeführt wird.
Häufige Nebenwirkungen
Vorübergehend können auftreten:
- Blähungen,
- Bauchkrämpfe,
- leichte Durchfälle,
- Übelkeit.
Diese Beschwerden bilden sich meist innerhalb weniger Tage zurück.
Seltene Risiken
Zu den seltenen, aber relevanten Risiken gehören:
- Übertragung von Infektionserregern,
- bakterielle Blutstrominfektionen,
- allergische Reaktionen,
- Komplikationen der Endoskopie.
Daher empfehlen internationale Fachgesellschaften eine strenge Spenderselektion und mikrobiologische Testung aller Proben. Bestfater, Storr et al., PMID: 33744169, DOI: 10.1016/j.dld.2021.02.022
Wer übernimmt die Kosten?
Die Kostenübernahme hängt vom Gesundheitssystem, der Indikation und dem jeweiligen Kostenträger ab.
Bei rezidivierender Clostridioides difficile-Infektion übernehmen gesetzliche oder private Krankenkassen die Kosten häufig nach individueller Prüfung.
Für experimentelle Anwendungen außerhalb etablierter Indikationen erfolgt eine Kostenübernahme meist nicht regelhaft.
Aus der gastroenterologischen Praxis empfehlen wir vor Therapiebeginn eine schriftliche Kostenzusage einzuholen.
Häufig gestellte Fragen
Was ist eine Stuhltransplantation?
Eine Stuhltransplantation ist die Übertragung gesunder Darmbakterien eines Spenders auf einen Empfänger zur Wiederherstellung eines gestörten Darmmikrobioms. Die Methode wird vor allem bei wiederkehrenden Clostridioides difficile-Infektionen eingesetzt. Heilungsraten von über 90 % wurden in mehreren Studien beschrieben. (van Nood et al., 2013, PMID: 23323867, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23323867/) (PubMed)
Wie läuft eine Stuhltransplantation ab?
Nach Vorbereitung und Untersuchung wird aufbereiteter Spenderstuhl über Koloskopie, Kapseln oder andere Verfahren in den Darm eingebracht. Die Behandlung dauert meist weniger als eine Stunde. Viele Patienten berichten bereits innerhalb weniger Tage über eine deutliche Besserung. (Kelly et al., 2016) (PMC)
Wie erfolgreich ist eine Stuhltransplantation?
Metaanalysen zeigen Erfolgsraten von etwa 90–92 % bei rezidivierender Clostridioides difficile-Infektion. Damit zählt FMT zu den wirksamsten Therapien der Gastroenterologie. Wiederholte Anwendungen erhöhen die Erfolgswahrscheinlichkeit zusätzlich. (Baunwall et al., 2020, PMID: 33437951) (PMC) Beschreibungen behandelter Einzelfälle finden sie hier.
Wer bezahlt die Behandlung?
Bei medizinisch anerkannter Indikation ist häufig eine Kostenübernahme möglich. Die Entscheidung erfolgt individuell durch die Krankenkasse. Vor Beginn sollte eine schriftliche Genehmigung eingeholt werden.
Ist eine Stuhltransplantation gefährlich?
Schwere Komplikationen sind selten. Die größte Bedeutung hat die sorgfältige Auswahl und Testung von Spendern. Unter standardisierten Bedingungen gilt FMT als sicheres Verfahren. (Baunwall et al., 2020) (PMC)
Wie lange dauert die Behandlung?
Die eigentliche Transplantation dauert meist zwischen 30 und 60 Minuten. Einschließlich Vorbereitung und Nachbeobachtung sollte ein halber Behandlungstag eingeplant werden. Die Wirkung tritt häufig innerhalb weniger Tage ein.
Welche Kliniken führen Stuhltransplantationen durch?
FMT wird vor allem an spezialisierten gastroenterologischen Zentren und Universitätskliniken angeboten. Die Verfügbarkeit unterscheidet sich regional. Eine individuelle Beratung durch einen Gastroenterologen ist sinnvoll.
Kann eine Stuhltransplantation das Mikrobiom dauerhaft verändern?
Ja. Studien zeigen eine langfristige Ansiedlung von Spenderbakterien über Monate bis Jahre. Dies gilt als wesentlicher Wirkmechanismus der Therapie. (van Nood et al., 2013) (PubMed)
Muss der Spender ein Familienmitglied sein?
Nein. Moderne Programme nutzen häufig speziell untersuchte Fremdspender. Die Qualität des Spenders ist wichtiger als die familiäre Beziehung.
Kann eine Stuhltransplantation bei Reizdarm helfen?
Es existieren Studien mit teilweise positiven Ergebnissen. Die Datenlage reicht jedoch derzeit nicht für eine allgemeine Empfehlung aus. Fachgesellschaften empfehlen den Einsatz überwiegend im Rahmen klinischer Studien.
Kann FMT bei Colitis ulcerosa eingesetzt werden?
Mehrere Studien zeigen potenzielle Vorteile. Die Evidenz ist jedoch bislang nicht ausreichend für eine Standardtherapie. Eine individuelle Nutzen-Risiko-Bewertung ist erforderlich.
Wie wird der Spender untersucht?
Spender durchlaufen umfangreiche Blut- und Stuhltests auf bakterielle, virale und parasitäre Erkrankungen. Dadurch wird das Risiko einer Erregerübertragung minimiert. Dies entspricht internationalen Sicherheitsstandards.
Wie schnell wirkt eine Stuhltransplantation?
Bei Clostridioides difficile bessern sich die Beschwerden häufig innerhalb weniger Tage. Die vollständige Stabilisierung des Mikrobioms kann mehrere Wochen dauern.
Kann die Behandlung wiederholt werden?
Ja. Bei unzureichendem Therapieerfolg kann eine erneute FMT durchgeführt werden. Wiederholte Anwendungen steigern die Heilungsraten auf über 90 %. (van Nood et al., 2013) (PubMed)
Gibt es Alternativen zur Stuhltransplantation?
Zu den Alternativen gehören Antibiotika wie Vancomycin oder Fidaxomicin. Bei mehrfachen Rückfällen zeigen diese Verfahren jedoch häufig niedrigere Langzeiterfolgsraten als FMT. (Baunwall et al., 2020) (PMC)
Kann eine Stuhltransplantation ambulant durchgeführt werden?
Ja. Viele Zentren führen die Behandlung ambulant durch. Voraussetzung ist ein stabiler Allgemeinzustand des Patienten.
Terminvereinbarung
Patienten mit wiederkehrenden Clostridioides difficile-Infektionen oder Fragen zur Fäkalen Mikrobiota-Transplantation können sich bei uns in der Sprechstunde oder der Videosprechstunde vorstellen. Eine individuelle Beratung ermöglicht die Bewertung von Nutzen, Risiken und Erfolgsaussichten auf Grundlage der aktuellen wissenschaftlichen Evidenz.
NEU! – Videosprechstunde: Für Patienten mit sehr weiter Anreise oder aus dem Ausland bieten wir eine Videosprechstunde an. Terminvereinbarung hierfür nur über email: telemed@internistenzentrum.de möglich.
Clostridium difficile Infektion: Bei rezidivierender Clostridium difficile Infektion, dringliche Anfrage zu Behandlung mit Stuhltransfer bei “Clostridien” bitte das Formular ausfüllen und senden: FORMULAR
Literaturverzeichnis
- van Nood E, Vrieze A, Nieuwdorp M et al. Duodenal Infusion of Donor Feces for Recurrent Clostridium difficile. N Engl J Med. 2013;368:407–415. PMID: 23323867. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23323867/ DOI: https://doi.org/10.1056/NEJMoa1205037
- Kassam Z, Lee CH, Yuan Y, Hunt RH. Fecal Microbiota Transplantation for Clostridium difficile Infection: Systematic Review and Meta-analysis. Am J Gastroenterol. 2013;108:500–508. PMID: 23511459. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23511459/ DOI: https://doi.org/10.1038/ajg.2013.59
- Kelly CR et al. Effect of Fecal Microbiota Transplantation on Recurrence in Multiply Recurrent Clostridium difficile Infection. Ann Intern Med. 2016;165:609–616. DOI: https://doi.org/10.7326/M16-0271. PMC: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5909820/
- Baunwall SMD, Lee MM, Eriksen MK et al. Faecal Microbiota Transplantation for Recurrent Clostridioides difficile Infection: Updated Systematic Review and Meta-analysis. EClinicalMedicine. 2020;29–30:100642. PMID: 33437951. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33437951/ DOI: https://doi.org/10.1016/j.eclinm.2020.100642
- Rubin TA, Gessert CE, Aas J, Bakken JS. Fecal Microbiome Transplantation for Recurrent Clostridium difficile Infection. Anaerobe. 2013;19:22–26. PMID: 23182843. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23182843/ DOI: https://doi.org/10.1016/j.anaerobe.2012.11.004
- Koenigsknecht MJ, Young VB. Faecal Microbiota Transplantation for the Treatment of Recurrent Clostridium difficile Infection. Curr Opin Gastroenterol. 2013;29(6):628–632. PMID: 24100717. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24100717/ DOI: https://doi.org/10.1097/MOG.0b013e328365d326
- Cochrane Review. Fecal Microbiota Transplantation for the Treatment of Recurrent Clostridioides difficile. 2023. PMID: 37096495. PubMed: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37096495/
NEU! – Videosprechstunde: Für Patienten mit sehr weiter Anreise oder aus dem Ausland bieten wir eine Videosprechstunde an. Terminvereinbarung hierfür nur über email: telemed@internistenzentrum.de möglich.
Clostridium difficile Infektion: Bei rezidivierender Clostridium difficile Infektion, dringliche Anfrage zu Behandlung mit Stuhltransfer bei “Clostridien” bitte das Formular ausfüllen und senden: FORMULAR
Stuhltransplantation als individueller Heilversuch.
Die Stuhltransplantation ist eine neuere Therapieoption, die insbesondere bei Infektionen mit speziellen Darmkeimen (Clostridium difficile, CDI, Rezidiv, Rekurrenz) zum Einsatz kommt. Bei anderen Indikationen ist die Methode als experimentell anzusehen. Professor Storr ist ein Wegbereiter des Stuhltransfers und hat die Prozedur zur weltweit einzigartigen Starnberger Methode entwickelt. [Link]
Die aktuellste wissenschaftliche Publikation über den Stuhltransfer nach der Starnberger Methode, mit Beleg der überlegenen Wirksamkeit in der Behandlung von Clostridien, finden Sie hier: [LINK]
Im Münchner Merkur wurde über die Stuhltransplantation in Starnberg ausführlich berichtet [Link]. Auch andere Medien berichten über die exzellenten Erfolgsraten der einzigartigen Starnberger Methode des Stuhltransfers [Link].
Den sehr informativen Bericht hierzu finden sie auch im Magazin Focus [Link].
Unsere Erfahrungen zum Reizdarm wurden unter anderem in der Deutschen Medizinischen Wochenschrift veröffentlicht. [Link] Unsere Erfahrungen zur Clostridieninfektion wurden unter anderem im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht. [Link]
Ausführliche Informationen zum Reizdarmsyndrom und zur FODMAP-Diät finden sie auf an AWMF und DGVS Leitlinien-orientierten Informationsseiten [Link].
Aktuelle Berichte finden sie auch unter den folgenden Links. [Link] [Link] [Link]
Weitere Informationen finden Sie hier: HIER KLICKEN
Neues zum Mikrobiom: Stuhltransplantation bei Clostridioides difficile (Pressemitteilung 6/2021)
Clostridioides difficile (früher: Clostridium difficile) ist ein fakultativ pathogener Keim, der vor allem bei immungeschwächten Menschen ein schweres Krankheitsbild mit lebensbedrohlichem Verlauf verursachen kann. Bei der schweren Verlaufsform kommt es zu einer akuten Darmentzündung mit schleimig-blutigen Durchfällen die aufgrund der Menge zur Exsikkose (Austrocknung) und weiteren medizinischen Problemen führen kann. Eine Stuhltransplantation ist dabei eine mögliche Behandlung.
Aktuelle Situation:
Die Behandlung erfolgt je nach Schweregrad mit spezifischen Antibiotika wie Metronidazol, Vancomycin oder Fidaxomicin, in Einzelfällen auch in Kombination mit dem Toxin-Antikörper Bezlotoxumab. In ca. 25% der Fälle kommt es nach Beendigung der Therapie zu einem Rezidiv der Infektion, so dass erneut mit einem Antibiotikum behandelt werden muss. Bei multiplen Rezidiven (ab > 2tem Rezidiv) sehen Behandlungsleitlinien einen fäkalen Mikrobiom-Transfer (Stuhltransplantation) vor.
Was ist neu?
Die Therapieerfolge unterscheiden sich beim Mikrobiomtransfer je nach gewählter Methode sehr stark. In Deutschland werden Mikrobiomtransfers im Mikrotrans-Register erfasst um mögliche Nebenwirkungen und Therapieerfolge besser beurteilen zu können. Eine aktuell publizierte Analyse aus der Mikrobiom-Arbeitsgruppe von Prof. Dr. Martin Storr berichtet nun an einem großen Kollektiv, dass der neu entwickelte bidirektionale Mikrobiomtransfer mit 100% Therapieerfolg, nach 30 und 90 Tagen, verglichen zu den monodirektionalen Techniken (62,5%/59,4% (Tag 30)-81,3% (Tag 90) Therapieerfolg) und den verkapselten oralen Techniken (78,1% (Tag 30)/71,9% (Tag 90) Therapieerfolg) mit einer deutlich erhöhten Erfolgswahrscheinlichkeit, sowohl für den kurz- als auch für den langfristigen Therapieerfolg, assoziiert ist. Die Originalpublikation der Studie ist im Fachjournal Digestive and Liver Disease (Jahrgang 53; 2021; Seiten 706-711; Elsevier Verlag) erschienen.
Perspektive:
Der neu entwickelte bidirektionale Mikrobiomtransfer ermöglicht mit geringem technischen Mehraufwand eine deutliche Verbesserung des Heilungserfolgs bei Clostridioides difficile Infektion und hat dadurch das Potential zur Standardmethode zu werden.
Link zur aktuellen Publikation:
https://www.dldjournalonline.com/action/showPdf?pii=S1590-8658%2821%2900090-6
weitere Publikationen der Arbeitsgruppe Microtrans-Register:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6545715/pdf/10.1177_2050640619839918.pdf
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC5963490/pdf/Dtsch_Arztebl_Int-113-0583.pdf
Publikationen zum FMT unter Beteiligung von Prof. Dr. Martin Sorr
[Fecal Microbiota Transfer (FMT) in Germany – Status and Perspective].
Stallmach A, von Müller L, Storr M, Link A, Konturek PC, Solbach PC, Weiss KH, Wahler S, Vehreschild MJGT.Z Gastroenterol. 2024 Apr;62(4):490-499. doi: 10.1055/a-2075-2725. Epub 2023 May 15.PMID: 37187187German.
Roggenbrod S, Schuler C, Haller B, Sohn M, Storr M, Schepp W, Gundling F.Z Gastroenterol. 2019 Mar;57(3):296-303. doi: 10.1055/a-0821-7166. Epub 2019 Mar 12.PMID: 30861553German.
[Fecal microbiota transfer (FMT) in a patient with refractory irritable bowel syndrome].
Zoller V, Laguna AL, Prazeres Da Costa O, Buch T, Göke B, Storr M.Dtsch Med Wochenschr. 2015 Aug;140(16):1232-6. doi: 10.1055/s-0041-103798. Epub 2015 Aug 11.PMID: 26261935German.
Peri R, Aguilar RC, Tüffers K, Erhardt A, Link A, Ehlermann P, Angeli W, Frank T, Storr M, Glück T, Sturm A, Rosien U, Tacke F, Bachmann O, Solbach P, Stallmach A, Goeser F, Vehreschild MJ; German Clinical Microbiome Study Group (GCMSG).United European Gastroenterol J. 2019 Jun;7(5):716-722. doi: 10.1177/2050640619839918. Epub 2019 Mar 21.PMID: 31210950Free PMC article.
Fecal Microbiota Transplant in Patients With Recurrent Clostridium Difficile Infection.
Hagel S, Fischer A, Ehlermann P, Frank T, Tueffers K, Sturm A, Link A, Demir M, Siebenhaar A, Storr M, Glueck T, Siegel E, Solbach P, Goeser F, Koelbel CB, Lohse A, Luebbert C, Kandzi U, Maier M, Schuerle S, Lerch MM, Tacke D, Cornely OA, Stallmach A, Vehreschild M; German Clinical Microbiome Study Group (GCMSG).Dtsch Arztebl Int. 2016 Sep 5;113(35-36):583-9. doi: 10.3238/arztebl.2016.0583.PMID: 27658471Free PMC article.
Bestfater C, Vehreschild MJGT, Stallmach A, Tüffers K, Erhardt A, Frank T, Glück T, Goeser F, Sellge G, Solbach P, Eisenlohr H, Storr M; German Clinical Microbiome Study Group (GCMSG).Dig Liver Dis. 2021 Jun;53(6):706-711. doi: 10.1016/j.dld.2021.02.022. Epub 2021 Mar 18.PMID: 33744169Free article.

