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SIBO – Dünndarmfehlbesiedlung

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SIBO erkennen und behandeln: Symptome, Ursachen, Atemtest, Ernährung und Therapie

SIBO steht für „Small Intestinal Bacterial Overgrowth“, auf Deutsch bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms oder Dünndarmfehlbesiedlung. Gemeint ist eine vermehrte bzw. veränderte mikrobielle Besiedlung des Dünndarms, die mit Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Durchfall oder Verdauungsstörungen einhergehen kann.

SIBO ist jedoch keine eindeutige Erklärung für jede Form von Blähungen oder Bauchbeschwerden. Die Symptome überschneiden sich mit zahlreichen anderen Erkrankungen, insbesondere dem Reizdarmsyndrom, Nahrungsmittelintoleranzen, Zöliakie, funktioneller Dyspepsie und Motilitätsstörungen.

Die Diagnostik erfolgt in der Praxis meist mit einem H2-Atemtest nach Glukose oder Laktulose.


Was ist SIBO?

Der Dünndarm enthält normalerweise deutlich weniger Mikroorganismen als der Dickdarm. Verschiedene Schutzmechanismen – unter anderem Magensäure, Darmmotilität, die sogenannte Migrating Motor Complex-Aktivität und die anatomische Funktion des Verdauungstraktes – begrenzen die bakterielle Besiedlung.

Werden diese Mechanismen gestört, können sich Mikroorganismen im Dünndarm vermehren oder dort in einer veränderten Zusammensetzung auftreten. Dadurch können Kohlenhydrate vermehrt fermentiert werden und es entstehen unter anderem Wasserstoff und andere Gase.

SIBO ist daher weniger als isolierte „Infektion“ zu verstehen, sondern häufig als Folge einer zugrunde liegenden Störung oder Erkrankung.


SIBO-Symptome

Typische Beschwerden können sein:

  • Blähungen und Bauchaufblähung
  • vermehrte Gasbildung
  • Völlegefühl
  • Bauchschmerzen oder Bauchkrämpfe
  • Durchfall
  • wechselnde Stuhlgewohnheiten
  • gelegentlich Verstopfung
  • Übelkeit
  • frühes Sättigungsgefühl
  • Fettstühle bzw. Steatorrhö bei ausgeprägter Malabsorption
  • Gewichtsverlust bei schweren Verläufen
  • Mangelzustände bei ausgeprägter oder länger bestehender Erkrankung

Wichtig: Die Beschwerden allein beweisen kein SIBO. Blähungen, Bauchschmerzen und Durchfall kommen bei zahlreichen gastrointestinalen Erkrankungen vor.


Häufige Ursachen und Risikofaktoren

SIBO kann begünstigt werden durch:

  • Störungen der Dünndarmmotilität
  • anatomische Veränderungen des Darms
  • Operationen am Magen-Darm-Trakt
  • Darmstenosen oder Divertikel
  • Erkrankungen mit eingeschränkter Darmbeweglichkeit
  • bestimmte neurologische oder systemische Erkrankungen
  • vorausgegangene gastrointestinale Operationen
  • Veränderungen der Magen-Darm-Passage
  • bestimmte Medikamente, insbesondere bei langfristiger Einnahme von Protonenpumpenhemmern oder Opioiden

Auch bei Menschen mit Reizdarmsyndrom kann eine SIBO-Diagnostik sinnvoll sein, wenn entsprechende Beschwerden und Risikofaktoren vorliegen. Ein positiver Atemtest sollte jedoch immer im klinischen Zusammenhang interpretiert werden.


SIBO-Atemtest

Wie wird SIBO diagnostiziert?

In der klinischen Praxis werden vor allem Wasserstoff- und in Einzelfällen auch Methan-Atemtests eingesetzt. Dabei wird nach einer definierten Vorbereitung eine Testsubstanz, meist Glukose oder Laktulose, getrunken und anschließend über einen bestimmten Zeitraum die Konzentration von Wasserstoff und Methan in der Ausatemluft gemessen.

Die Untersuchung ist nicht invasiv und kann ambulant durchgeführt werden.

Glukose-Atemtest

Beim Glukose-Atemtest wird Glukose als Testsubstrat verwendet. Wird sie bereits im oberen Dünndarm durch Mikroorganismen fermentiert, kann dies zu einem frühen Anstieg der Wasserstoff- bzw. Methankonzentration führen.

Laktulose-Atemtest

Laktulose wird nicht vollständig im Dünndarm aufgenommen und gelangt normalerweise in den Dickdarm. Veränderungen der Wasserstoff- und Methankonzentration entlang der Messung können Hinweise auf eine bakterielle bzw. methanogene Aktivität geben.

Beide Testverfahren haben Vor- und Nachteile. Die Interpretation hängt deshalb stark von Testprotokoll, Vorbereitung, Transitzeit und klinischer Situation ab.


Wasserstoff und Methan: Was ist der Unterschied?

Bakterien können bei der Fermentation von Kohlenhydraten unter anderem Wasserstoff produzieren. Methan wird dagegen hauptsächlich von Archaeen, nicht von klassischen Bakterien, gebildet.

Bei einer ausgeprägten Methanbildung wird deshalb zunehmend der Begriff IMO – intestinal methanogen overgrowth verwendet. IMO kann sowohl im Dünndarm als auch im Dickdarm auftreten und ist insbesondere mit einer verlangsamten Darmpassage und Verstopfung assoziiert.


SIBO und Ernährung

Eine spezielle Ernährung kann Beschwerden reduzieren, beseitigt aber nicht automatisch die Ursache einer SIBO.

Eine Low-FODMAP-Ernährung kann bei bestimmten Patienten Blähungen und andere funktionelle Darmbeschwerden reduzieren. Sie sollte jedoch möglichst zeitlich begrenzt und strukturiert durchgeführt werden, da eine langfristig unnötig stark eingeschränkte Ernährung die Vielfalt der aufgenommenen Lebensmittel und möglicherweise auch die Darmmikrobiota beeinflussen kann.

Bei diagnostizierter SIBO sollte deshalb nicht ausschließlich die Ernährung im Mittelpunkt stehen. Entscheidend ist auch die Suche nach möglichen Ursachen und Begleiterkrankungen.


SIBO-Behandlung

Die Behandlung richtet sich nach Ursache, Beschwerden und diagnostischem Befund.

Bei klinisch relevanter SIBO können Antibiotika eingesetzt werden. Die Studienlage und Empfehlungen unterscheiden sich hinsichtlich der verwendeten Substanzen und Behandlungsschemata; deshalb sollte die Therapie ärztlich individuell festgelegt werden.

Ebenso wichtig ist die Behandlung einer möglichen zugrunde liegenden Störung, beispielsweise einer Motilitätsstörung oder anatomischen Veränderung.

Bei wiederkehrenden Beschwerden sollte daher nicht lediglich immer wieder eine antibiotische Behandlung durchgeführt werden, ohne nach möglichen auslösenden Faktoren zu suchen.


Kann SIBO wiederkommen?

Ja. Rückfälle sind möglich und nicht ungewöhnlich, insbesondere wenn eine zugrunde liegende Ursache fortbesteht.

Deshalb ist bei wiederkehrenden Beschwerden die Suche nach dem Auslöser der Dünndarmfehlbesiedlung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung.


SIBO und Reizdarmsyndrom

SIBO und Reizdarmsyndrom können ähnliche Symptome verursachen. Dazu gehören insbesondere Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl und veränderte Stuhlgewohnheiten.

Ein positiver SIBO-Atemtest bedeutet daher nicht automatisch, dass sämtliche Beschwerden durch SIBO verursacht werden. Die Diagnose sollte immer zusammen mit Anamnese, Untersuchung und gegebenenfalls weiterer Diagnostik betrachtet werden.


Wann sollte SIBO abgeklärt werden?

Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere sinnvoll bei:

  • wiederkehrenden oder starken Blähungen
  • ausgeprägter Bauchaufblähung
  • chronischem Durchfall
  • ungeklärten wechselnden Stuhlgewohnheiten
  • Gewichtsverlust
  • Hinweisen auf Malabsorption
  • Vitamin- oder Nährstoffmangel
  • entsprechenden Risikofaktoren
  • Beschwerden nach gastrointestinalen Operationen
  • Verdacht auf eine Motilitätsstörung

Bei Blut im Stuhl, ungeklärtem Gewichtsverlust, Fieber, nächtlichen Beschwerden, Anämie oder anderen Warnzeichen sollte zunächst eine umfassendere gastroenterologische Abklärung erfolgen.


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häufige Fragen zu SIBO aus der Sprechstunde

1. Was ist SIBO?

SIBO steht für „Small Intestinal Bacterial Overgrowth“ und bezeichnet eine vermehrte bzw. veränderte mikrobielle Besiedlung des Dünndarms. Typische Beschwerden sind Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Gasbildung und Durchfall; die Symptome sind jedoch nicht spezifisch für SIBO.
Quelle: ACG Clinical Guideline: Small Intestinal Bacterial Overgrowth. PMID: 32023228

2. Was bedeutet SIBO auf Deutsch?

SIBO wird meist als bakterielle Dünndarmfehlbesiedlung, Dünndarmfehlbesiedlung oder bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms bezeichnet. Der englische Begriff „Small Intestinal Bacterial Overgrowth“ ist im Internet und in der medizinischen Literatur weiterhin sehr verbreitet.
Quelle: Small intestinal bacterial overgrowth: diagnosis and treatment. PMID: 17827947

3. Welche Symptome hat SIBO?

Typische Beschwerden sind Blähungen, Bauchaufblähung, Bauchschmerzen, Völlegefühl, vermehrte Gasbildung und Durchfall. Bei ausgeprägten Verläufen können auch Malabsorption, Fettstühle und Gewichtsverlust auftreten.
Quelle: Review article: SIBO – prevalence, clinical features, diagnostic tests and treatment. PMID: 23957651

4. Wie fühlt sich SIBO an?

Viele Betroffene beschreiben ein ausgeprägtes Völlegefühl, Blähungen und einen sichtbar aufgeblähten Bauch, häufig nach dem Essen. Diese Beschwerden können allerdings auch bei Reizdarmsyndrom, funktioneller Dyspepsie oder Nahrungsmittelintoleranzen auftreten.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: Clinical Features and Therapeutic Management. PMID: 31584459

5. Wie wird SIBO festgestellt?

In der Praxis werden häufig H2-/CH4-Atemtests mit Glukose oder Laktulose eingesetzt. Eine weitere diagnostische Möglichkeit ist die Untersuchung einer Dünndarmaspirat-Kultur, die allerdings invasiv ist und deshalb nicht routinemäßig eingesetzt wird.
Quelle: ACG Clinical Guideline: Small Intestinal Bacterial Overgrowth. PMID: 32023228

6. Was ist ein SIBO-Atemtest?

Beim SIBO-Atemtest werden nach Einnahme eines Testsubstrats wie Glukose oder Laktulose die Gase Wasserstoff und häufig auch Methan in der Ausatemluft gemessen. Die zeitliche Entwicklung der Gaswerte wird anschließend im Zusammenhang mit dem klinischen Bild interpretiert.
Quelle: European guideline on hydrogen and methane breath tests. PMID: 34431620

7. Wie funktioniert ein H2-Atemtest bei SIBO?

Mikroorganismen können Kohlenhydrate fermentieren und dabei unter anderem Wasserstoff produzieren. Dieser gelangt über das Blut zur Lunge und kann anschließend in der Ausatemluft gemessen werden.
Quelle: Breath testing for SIBO: maximizing test accuracy. PMID: 24095975

8. Was bedeutet ein positiver SIBO-Atemtest?

Ein positiver Atemtest kann einen Hinweis auf eine bakterielle Fehlbesiedlung liefern, muss aber im Zusammenhang mit Testdurchführung, Symptomen und Risikofaktoren bewertet werden. Atemtests sind nicht perfekt und weisen je nach Verfahren Einschränkungen hinsichtlich Sensitivität und Spezifität auf.
Quelle: Breath Tests for the Non-invasive Diagnosis of SIBO: Systematic Review and Meta-analysis. PMID: 31743636

9. Was ist der Unterschied zwischen Glukose- und Laktulose-Atemtest?

Beim Glukosetest wird ein schnell resorbierbares Kohlenhydrat verwendet, während Laktulose weitgehend unverdaut durch den Darm weitertransportiert wird. Beide Verfahren haben unterschiedliche diagnostische Eigenschaften und können durch die individuelle Darmtransitzeit beeinflusst werden.
Quelle: European guideline on hydrogen and methane breath tests. PMID: 34431620

10. Ist der Glukose-Atemtest besser als der Laktulose-Atemtest?

Keines der beiden Verfahren ist für jede klinische Situation uneingeschränkt überlegen. Die Aussagekraft hängt unter anderem vom Testprotokoll, der Darmtransitzeit und der klinischen Fragestellung ab.
Quelle: Breath Tests for the Non-invasive Diagnosis of SIBO: Systematic Review and Meta-analysis. PMID: 31743632

11. Muss man für einen SIBO-Atemtest nüchtern sein?

Ja, für einen standardisierten Atemtest ist normalerweise eine definierte Nahrungskarenz vor der Untersuchung erforderlich. Zusätzlich müssen je nach Untersuchungszentrum bestimmte Lebensmittel, Medikamente und andere Einflussfaktoren vor dem Test berücksichtigt werden.
Quelle: European guideline on hydrogen and methane breath tests. PMID: 34431620

12. Was darf man vor einem SIBO-Atemtest essen?

Die konkrete Vorbereitung richtet sich nach dem verwendeten Testprotokoll und den Vorgaben des untersuchenden Zentrums. Häufig wird am Vortag eine leicht fermentierbare und ballaststoffarme Kost empfohlen und am Untersuchungstag nüchtern getestet.
Quelle: European guideline on hydrogen and methane breath tests. PMID: 34431620

13. Wie lange dauert ein SIBO-Atemtest?

Ein Atemtest dauert je nach Untersuchungsprotokoll typischerweise mehrere Stunden, weil die Gasentwicklung über einen längeren Zeitraum verfolgt werden muss. Während dieser Zeit werden in festgelegten Abständen Atemproben genommen.
Quelle: European guideline on hydrogen and methane breath tests. PMID: 34431620

14. Ist SIBO heilbar?

SIBO kann erfolgreich behandelt werden, allerdings hängt der langfristige Erfolg stark von der zugrunde liegenden Ursache ab. Wenn beispielsweise eine Motilitätsstörung oder anatomische Veränderung fortbesteht, können Beschwerden erneut auftreten.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: How to Diagnose and Treat. PMID: 32718571

15. Wie behandelt man SIBO?

Die Behandlung kann Antibiotika umfassen und sollte gleichzeitig mögliche auslösende Faktoren berücksichtigen. Eine alleinige symptomorientierte Behandlung ohne Beachtung der zugrunde liegenden Ursache kann bei wiederkehrender SIBO unzureichend sein.
Quelle: ACG Clinical Guideline: Small Intestinal Bacterial Overgrowth. PMID: 32023228

16. Welches Antibiotikum wird bei SIBO eingesetzt?

Rifaximin ist eines der am häufigsten diskutierten Antibiotika zur Behandlung von SIBO. Die konkrete Auswahl und Dosierung sollte jedoch ärztlich erfolgen, da die Evidenz und die Behandlungssituation vom jeweiligen Patienten abhängen.
Quelle: ACG Clinical Guideline: Small Intestinal Bacterial Overgrowth. PMID: 32023228

17. Wie lange dauert eine SIBO-Behandlung?

Die Dauer hängt vom eingesetzten Behandlungsschema, der Diagnose und dem individuellen Verlauf ab. Es gibt deshalb keine allgemeingültige Behandlungsdauer, die für alle Menschen mit SIBO gilt.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: How to Diagnose and Treat. PMID: 32718571

18. Kann SIBO von selbst verschwinden?

Eine vorübergehende Veränderung der mikrobiellen Besiedlung kann sich möglicherweise zurückbilden, insbesondere wenn der auslösende Faktor beseitigt wird. Bei persistierenden Beschwerden sollte jedoch eine medizinische Abklärung erfolgen, statt von einer spontanen Ausheilung auszugehen.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: Clinical Features and Therapeutic Management. PMID: 31584459

19. Kommt SIBO nach der Behandlung wieder?

Ja, Rückfälle können auftreten. Besonders relevant ist deshalb die Identifikation und Behandlung von Faktoren wie Motilitätsstörungen oder anatomischen Veränderungen, die eine erneute Fehlbesiedlung begünstigen können.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: How to Diagnose and Treat. PMID: 32718571

20. Welche Ernährung hilft bei SIBO?

Eine zeitweise FODMAP-reduzierte Ernährung kann bei manchen Patienten Beschwerden wie Blähungen reduzieren. Sie behandelt jedoch nicht automatisch die Ursache einer SIBO und sollte nicht ohne klare Indikation dauerhaft stark eingeschränkt werden.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: How to Diagnose and Treat. PMID: 32718571

21. Ist eine Low-FODMAP-Diät bei SIBO sinnvoll?

Eine Low-FODMAP-Ernährung kann fermentierbare Kohlenhydrate reduzieren und dadurch Beschwerden wie Blähungen und Bauchschmerzen beeinflussen. Sie sollte strukturiert und möglichst zeitlich begrenzt durchgeführt werden, da sie nicht mit einer ursächlichen SIBO-Therapie gleichzusetzen ist.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: How to Diagnose and Treat. PMID: 32718571

22. Welche Lebensmittel sollte man bei SIBO meiden?

Es gibt keine universelle Liste von Lebensmitteln, die jeder Mensch mit SIBO vollständig meiden muss. Entscheidend ist vielmehr, welche Lebensmittel individuell Beschwerden auslösen und ob eine zeitlich begrenzte FODMAP-Reduktion sinnvoll ist.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: Comprehensive Review. PMID: 32754400

23. Darf man bei SIBO Obst essen?

Obst muss bei SIBO nicht grundsätzlich vermieden werden. Die Verträglichkeit hängt unter anderem von Portionsgröße, Fruktosegehalt und individuellen Beschwerden ab.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: Comprehensive Review. PMID: 32754400

24. Sind Probiotika bei SIBO sinnvoll?

Die Datenlage zu Probiotika bei SIBO ist uneinheitlich und erlaubt keine pauschale Empfehlung für jedes Präparat und jeden Patienten. Probiotika sollten daher nicht automatisch als Standardtherapie einer diagnostizierten SIBO angesehen werden.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: How to Diagnose and Treat. PMID: 32718571

25. Können Probiotika SIBO verschlimmern?

Bei einzelnen Menschen können Probiotika Beschwerden wie Blähungen oder Völlegefühl beeinflussen, weshalb die individuelle Verträglichkeit berücksichtigt werden sollte. Ein allgemeiner Nachweis, dass Probiotika SIBO grundsätzlich verschlimmern, besteht jedoch nicht.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: Comprehensive Review. PMID: 32754400

26. Kann SIBO Blähungen verursachen?

Ja, Blähungen und eine sichtbare Bauchaufblähung gehören zu den häufig beschriebenen Beschwerden bei SIBO. Allerdings sind Blähungen unspezifisch und können zahlreiche andere Ursachen haben.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: Clinical Features and Therapeutic Management. PMID: 31584459

27. Kann SIBO Verstopfung verursachen?

Eine ausgeprägte Methanbildung ist mit einer verlangsamten intestinalen Transitzeit und Verstopfung assoziiert. In solchen Fällen sollte eher an IMO – intestinal methanogen overgrowth als an eine rein bakterielle SIBO gedacht werden.
Quelle: European guideline on hydrogen and methane breath tests. PMID: 34431620

28. Was ist IMO?

IMO steht für „intestinal methanogen overgrowth“ und beschreibt eine übermäßige Methanbildung durch methanogene Mikroorganismen im Darm. Im Gegensatz zu SIBO kann IMO sowohl den Dünn- als auch den Dickdarm betreffen.
Quelle: European guideline on hydrogen and methane breath tests. PMID: 34431620

29. Was ist der Unterschied zwischen SIBO und IMO?

SIBO bezeichnet eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms, während IMO eine übermäßige Besiedlung bzw. Aktivität methanbildender Archaeen beschreibt. Die Unterscheidung ist klinisch relevant, weil Methan insbesondere mit Verstopfung und verlangsamter Darmpassage verbunden ist.
Quelle: European guideline on hydrogen and methane breath tests. PMID: 34431620

30. Kann SIBO Durchfall verursachen?

Ja, Durchfall gehört zu den häufig beschriebenen Beschwerden bei SIBO. Allerdings ist chronischer Durchfall ein unspezifisches Symptom und sollte je nach Situation auch auf andere Ursachen untersucht werden.
Quelle: Small intestinal bacterial overgrowth: diagnosis and treatment. PMID: 17827947

31. Kann SIBO Gewichtsverlust verursachen?

Bei ausgeprägter SIBO kann eine gestörte Nährstoffaufnahme zu Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen beitragen. Ungewollter Gewichtsverlust ist allerdings ein Warnzeichen, bei dem eine umfassende ärztliche Abklärung notwendig ist.
Quelle: Small intestinal bacterial overgrowth: diagnosis and treatment. PMID: 17827947

32. Kann SIBO einen Vitamin-B12-Mangel verursachen?

Eine ausgeprägte bakterielle Fehlbesiedlung kann mit Veränderungen der Nährstoffaufnahme und insbesondere des Vitamin-B12-Haushalts verbunden sein. Bei nachgewiesenem Vitamin-B12-Mangel sollten jedoch auch andere mögliche Ursachen untersucht werden.
Quelle: Small intestinal bacterial overgrowth: diagnosis and treatment. PMID: 17827947

33. Kann SIBO einen Eisenmangel verursachen?

Eine schwere oder länger bestehende Dünndarmfehlbesiedlung kann mit einer gestörten Nährstoffaufnahme einhergehen. Ein Eisenmangel hat jedoch zahlreiche andere mögliche Ursachen und sollte nicht allein mit SIBO erklärt werden.
Quelle: Review article: SIBO – prevalence, clinical features, diagnostic tests and treatment. PMID: 23957651

34. Gibt es einen Zusammenhang zwischen SIBO und Reizdarm?

SIBO und Reizdarmsyndrom weisen erhebliche Überschneidungen bei Symptomen wie Blähungen, Bauchschmerzen und veränderten Stuhlgewohnheiten auf. Ein positiver Atemtest beweist jedoch nicht, dass die Beschwerden ausschließlich durch SIBO verursacht werden.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: Clinical Features and Therapeutic Management. PMID: 31584459

35. Kann SIBO nach einer Operation entstehen?

Operationen am Magen-Darm-Trakt können anatomische oder funktionelle Veränderungen verursachen, die eine bakterielle Fehlbesiedlung begünstigen. Das Risiko hängt dabei von Art und Folgen des Eingriffs sowie der individuellen Darmfunktion ab.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: A Primary Care Review. PMID: 27916156

36. Können Protonenpumpenhemmer SIBO verursachen?

Eine langfristige Einnahme von Protonenpumpenhemmern wird als möglicher Risikofaktor für SIBO diskutiert. Ein Zusammenhang bedeutet jedoch nicht, dass jeder Patient unter einem Protonenpumpenhemmer eine SIBO entwickelt oder das Medikament ohne ärztliche Rücksprache absetzen sollte.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: Clinical Features and Therapeutic Management. PMID: 31584459

37. Kann SIBO geheilt werden, ohne Antibiotika einzunehmen?

Antibiotika sind ein etablierter Bestandteil der SIBO-Therapie, aber die Behandlung muss sich auch auf mögliche zugrunde liegende Ursachen konzentrieren. Ernährungsmaßnahmen oder andere Ansätze können Beschwerden beeinflussen, ersetzen aber nicht automatisch eine medizinisch indizierte Behandlung.
Quelle: ACG Clinical Guideline: Small Intestinal Bacterial Overgrowth. PMID: 32023228

38. Ist SIBO gefährlich?

Bei vielen Patienten stehen funktionelle Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen und veränderte Stuhlgewohnheiten im Vordergrund. Eine ausgeprägte oder unbehandelte Erkrankung mit Malabsorption und Gewichtsverlust kann jedoch medizinisch relevant sein und sollte ärztlich behandelt werden.
Quelle: Small intestinal bacterial overgrowth: diagnosis and treatment. PMID: 17827947

39. Wann sollte man bei SIBO zum Arzt gehen?

Eine ärztliche Abklärung ist insbesondere bei länger anhaltenden Beschwerden, Gewichtsverlust, Durchfall, ausgeprägten Blähungen, Nährstoffmängeln oder relevanten Vorerkrankungen sinnvoll. Bei Blut im Stuhl, Fieber, Anämie, nächtlichen Beschwerden oder deutlichem ungewolltem Gewichtsverlust sollte eine weiterführende gastroenterologische Diagnostik erfolgen.
Quelle: Small Intestinal Bacterial Overgrowth: A Primary Care Review. PMID: 27916156

40. Welcher Arzt behandelt SIBO?

Die Abklärung und Behandlung erfolgt meist durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für Gastroenterologie. Je nach Ursache können zusätzlich Ernährungsmedizin, Innere Medizin oder andere Fachrichtungen beteiligt sein.
Quelle: ACG Clinical Guideline: Small Intestinal Bacterial Overgrowth. PMID: 32023228


SIBO: Das Wichtigste auf einen Blick

SIBO bedeutet eine bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms und kann Blähungen, Bauchschmerzen, Völlegefühl, Durchfall und weitere Verdauungsbeschwerden verursachen.

Ein SIBO-Atemtest mit Wasserstoff kann bei entsprechender klinischer Fragestellung zur Diagnostik eingesetzt werden.

Ein positiver Atemtest sollte nicht isoliert interpretiert werden, weil Atemtests Limitationen besitzen und die Beschwerden nicht spezifisch für SIBO sind.

Bei Methanbildung und Verstopfung sollte zusätzlich an IMO gedacht werden.

Die Behandlung sollte nicht nur auf die Reduktion der Bakterien abzielen, sondern auch mögliche Ursachen und Risikofaktoren berücksichtigen.

Medizinisch geprüft von Prof. Dr. Martin Storr, Facharzt für Innere Medizin und Gastroenterologie. Update 26.8.2026

Prof. Dr. Martin Storr ist nationaler und internationaler Experte zu den Themen FODMAP (PMID34891206, PMID30542869, PMID27119689, PMID2490888), Reizdarm (PMID39589118, PMID22783191, PMID41991876), Stuhltransplantation (PMID33744169, PMID37187187), Herausgeber von medizinischen Leitlinien (PMID42095009, PMID28507746) und Autor von zahlreichen Sachbüchern.