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Leaky Gut: Symptome, Ursachen und häufige Fragen

Was bedeutet „Leaky Gut“?

„Leaky Gut“ ist der umgangssprachliche Begriff für eine erhöhte intestinale Permeabilität, also eine veränderte Durchlässigkeit der Darmbarriere. Die Darmbarriere besteht unter anderem aus der Schleimschicht, den Darmepithelzellen mit ihren sogenannten Tight Junctions und immunologischen Schutzmechanismen und kontrolliert, welche Stoffe aus dem Darminhalt in den Körper gelangen. (PubMed)

Wichtig ist: Eine erhöhte Darmdurchlässigkeit ist kein eigenständiges, allgemein anerkanntes Krankheitsbild mit einem einheitlichen Symptommuster. Sie kann bei verschiedenen Erkrankungen und Belastungssituationen auftreten, beispielsweise bei Zöliakie, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und teilweise beim Reizdarmsyndrom. (PubMed)

Welche Symptome können auftreten?

Beschwerden wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder wechselnde Stuhlgewohnheiten sind häufig und können mit unterschiedlichen Erkrankungen zusammenhängen; sie beweisen deshalb kein „Leaky Gut“. Bei anhaltenden oder ausgeprägten Beschwerden sollte die Ursache ärztlich abgeklärt werden, anstatt allein von einer gestörten Darmbarriere auszugehen.

30 häufige Fragen zu Leaky Gut

1. Was ist ein „Leaky Gut“?

„Leaky Gut“ bezeichnet eine erhöhte Durchlässigkeit der intestinalen Barriere, durch die bestimmte Moleküle leichter zwischen oder durch Darmepithelzellen passieren können. Der medizinische Fachbegriff lautet erhöhte intestinale Permeabilität, wobei die Darmbarriere aus mehreren miteinander verbundenen Schutzmechanismen besteht.

Quelle: Camilleri M. Leaky gut: mechanisms, measurement and clinical implications in humans. Gut. 2019. PMID: 31076401. (PubMed)

2. Ist Leaky Gut eine anerkannte Krankheit?

Die erhöhte intestinale Permeabilität ist ein wissenschaftlich untersuchtes Phänomen, „Leaky Gut“ gilt jedoch nicht als eigenständige Diagnose mit einer eindeutig definierten Kombination von Beschwerden. Eine erhöhte Permeabilität kann vielmehr im Zusammenhang mit verschiedenen Erkrankungen oder Belastungen auftreten.

Quelle: Camilleri M. What is the leaky gut? Clinical considerations in humans. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2021. PMID: 34138767. (PubMed)

3. Welche Symptome werden häufig mit Leaky Gut in Verbindung gebracht?

Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall oder veränderte Stuhlgewohnheiten können bei Erkrankungen vorkommen, bei denen auch die Darmbarriere verändert ist. Diese Beschwerden sind allerdings unspezifisch und erlauben für sich allein keinen Rückschluss auf eine erhöhte Darmpermeabilität.

Quelle: Bischoff SC et al. Intestinal permeability—a new target for disease prevention and therapy. BMC Gastroenterol. 2014. PMID: 25031167. (PubMed)

4. Kann Leaky Gut Bauchschmerzen verursachen?

Eine veränderte Darmbarriere kann mit Erkrankungen einhergehen, bei denen Bauchschmerzen auftreten, beispielsweise beim Reizdarmsyndrom oder bei entzündlichen Darmerkrankungen. Ob die erhöhte Permeabilität selbst die Schmerzen verursacht oder Teil eines komplexeren Krankheitsprozesses ist, lässt sich nicht generell sagen.

Quelle: Camilleri M. Intestinal barrier function in health and gastrointestinal disease. Neurogastroenterol Motil. 2012. PMID: 22583600. (PubMed)

5. Kann Leaky Gut Blähungen verursachen?

Blähungen können bei zahlreichen Magen-Darm-Erkrankungen und funktionellen Darmbeschwerden auftreten, bei denen teilweise auch Veränderungen der Darmbarriere beobachtet werden. Blähungen allein sind deshalb kein zuverlässiges Zeichen für einen „Leaky Gut“.

Quelle: Camilleri M. Intestinal barrier function in health and gastrointestinal disease. Neurogastroenterol Motil. 2012. PMID: 22583600. (PubMed)

6. Kann eine erhöhte Darmdurchlässigkeit Durchfall verursachen?

Eine veränderte Darmbarriere wurde insbesondere bei bestimmten Formen des Reizdarmsyndroms und bei entzündlichen Darmerkrankungen beschrieben, die auch mit Durchfall einhergehen können. Daraus folgt jedoch nicht, dass jeder Durchfall durch eine erhöhte Darmpermeabilität verursacht wird.

Quelle: Barbara G et al. Intestinal permeability and immune activation in IBS. Am J Gastroenterol. 2008. PMID: 18284687. (PubMed)

7. Gibt es einen Zusammenhang zwischen Leaky Gut und Reizdarmsyndrom?

Bei einem Teil der Menschen mit Reizdarmsyndrom wurden Veränderungen der intestinalen Barriere und eine erhöhte Permeabilität beobachtet. Die Bedeutung dieser Veränderungen ist jedoch noch nicht vollständig geklärt, und das Reizdarmsyndrom lässt sich nicht allein durch „Leaky Gut“ erklären.

Quelle: Camilleri M et al. Intestinal barrier function in health and gastrointestinal disease. Neurogastroenterol Motil. 2012. PMID: 22583600. (PubMed)

8. Besteht ein Zusammenhang mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen?

Bei Morbus Crohn und Colitis ulcerosa wurden Veränderungen verschiedener Bestandteile der intestinalen Barriere nachgewiesen. Dabei ist nicht immer eindeutig, ob die erhöhte Permeabilität eine Ursache, eine Folge oder beides im Verlauf der Entzündung ist.

Quelle: Michielan A, D’Incà R. Intestinal Permeability in Inflammatory Bowel Disease: Pathogenesis, Clinical Evaluation, and Therapy of Leaky Gut. Mediators Inflamm. 2015. PMID: 26582965. (PubMed)

9. Hat Zöliakie etwas mit der Darmbarriere zu tun?

Bei Zöliakie ist eine gestörte Darmbarriere gut untersucht und kann durch die Immunreaktion auf Gluten beeinflusst werden. Die erhöhte Durchlässigkeit ist dabei Bestandteil eines komplexen Krankheitsmechanismus und nicht gleichbedeutend mit einer eigenständigen „Leaky-Gut-Erkrankung“.

Quelle: Heyman M et al. Intestinal permeability in coeliac disease: insight into mechanisms and relevance to pathogenesis. Gut. 2012. PMID: 21890812. (PubMed)

10. Kann Gluten bei gesunden Menschen einen Leaky Gut verursachen?

Gluten beziehungsweise Gliadin kann die Darmbarriere unter bestimmten Bedingungen beeinflussen, besonders deutlich ist dies bei Zöliakie untersucht. Daraus lässt sich jedoch nicht ableiten, dass Gluten bei jedem gesunden Menschen einen krankhaften „Leaky Gut“ verursacht.

Quelle: Heyman M et al. Intestinal permeability in coeliac disease: insight into mechanisms and relevance to pathogenesis. Gut. 2012. PMID: 21890812. (PubMed)

11. Was sind Tight Junctions?

Tight Junctions sind spezialisierte Verbindungen zwischen benachbarten Darmepithelzellen, die wesentlich daran beteiligt sind, den Transport von Stoffen durch den Zellzwischenraum zu regulieren. Veränderungen dieser Strukturen können die parazelluläre Durchlässigkeit der Darmbarriere beeinflussen.

Quelle: Fasano A. Intestinal permeability and its regulation by zonulin: diagnostic and therapeutic implications. Clin Gastroenterol Hepatol. 2012. PMID: 22902773. (PubMed)

12. Was ist Zonulin?

Zonulin ist ein Protein, das an der Regulation bestimmter Bestandteile der intestinalen Barriere beteiligt ist und in der Forschung mit der Regulation von Tight Junctions in Verbindung gebracht wird. Die Messung von Zonulin wird jedoch kontrovers diskutiert und ist derzeit kein alleiniger, allgemein zuverlässiger Test zur Diagnose eines „Leaky Gut“.

Quelle: Fasano A. Intestinal permeability and its regulation by zonulin: diagnostic and therapeutic implications. Clin Gastroenterol Hepatol. 2012. PMID: 22902773. (PubMed)

13. Kann man Leaky Gut im Blut feststellen?

Einige Blutmarker, darunter Zonulin und intestinales fatty-acid-binding protein, wurden als mögliche Marker der Darmbarriere untersucht. Für die klinische Routine gibt es jedoch keinen einzelnen Bluttest, mit dem ein „Leaky Gut“ zuverlässig diagnostiziert werden kann.

Quelle: Camilleri M. What is the leaky gut? Clinical considerations in humans. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2021. PMID: 34138767. (PubMed)

14. Gibt es einen speziellen Leaky-Gut-Test?

Zur Untersuchung der intestinalen Permeabilität werden unter anderem sogenannte Zucker-Permeabilitätstests mit oral verabreichten Testsubstanzen eingesetzt. Solche Untersuchungen sind vor allem Forschungs- beziehungsweise Spezialdiagnostik und nicht mit einer allgemein etablierten Diagnose eines „Leaky Gut“ gleichzusetzen.

Quelle: Camilleri M. Leaky gut: mechanisms, measurement and clinical implications in humans. Gut. 2019. PMID: 31076401. (PubMed)

15. Ist ein Zonulin-Test aus dem Stuhl zuverlässig?

Zonulin wird häufig als Marker der Darmdurchlässigkeit beworben, doch die Interpretation entsprechender Messungen ist aufgrund methodischer und biologischer Einschränkungen problematisch. Ein einzelner erhöhter Zonulinwert sollte deshalb nicht als Beweis für einen „Leaky Gut“ betrachtet werden.

Quelle: Camilleri M. Leaky gut: mechanisms, measurement and clinical implications in humans. Gut. 2019. PMID: 31076401. (PubMed)

16. Können Medikamente die Darmbarriere beeinflussen?

Bestimmte Medikamente, insbesondere nichtsteroidale Antirheumatika wie Ibuprofen oder Diclofenac, können die intestinale Barriere beziehungsweise die Permeabilität beeinflussen. Die Wirkung hängt jedoch von Wirkstoff, Dosis, Dauer und individuellen Faktoren ab und bedeutet nicht automatisch eine Erkrankung durch „Leaky Gut“.

Quelle: Camilleri M. Leaky gut: mechanisms, measurement and clinical implications in humans. Gut. 2019. PMID: 31076401. (PubMed)

17. Kann Stress die Darmbarriere beeinflussen?

Stress und andere physiologische Belastungssituationen können die Funktion der intestinalen Barriere beeinflussen und mit Veränderungen der Darmpermeabilität einhergehen. Die Darmfunktion wird dabei durch komplexe Wechselwirkungen zwischen Nervensystem, Immunsystem, Mikrobiom und Darmepithel reguliert.

Quelle: Camilleri M. Leaky gut: mechanisms, measurement and clinical implications in humans. Gut. 2019. PMID: 31076401. (PubMed)

18. Kann die Ernährung die Darmbarriere beeinflussen?

Experimentelle und klinische Untersuchungen zeigen, dass verschiedene Ernährungsfaktoren die Funktion der intestinalen Barriere beeinflussen können. Die Daten reichen jedoch nicht aus, um für alle Menschen eine einheitliche „Leaky-Gut-Diät“ oder eine generelle Liste zu verbietender Lebensmittel zu empfehlen.

Quelle: Camilleri M. What is the leaky gut? Clinical considerations in humans. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2021. PMID: 34138767. (PubMed)

19. Hilft eine glutenfreie Ernährung gegen Leaky Gut?

Eine glutenfreie Ernährung ist bei Zöliakie die entscheidende Therapie und kann dabei auch Veränderungen der Darmbarriere verbessern. Für Menschen ohne Zöliakie gibt es dagegen keinen ausreichenden Nachweis, dass eine generell glutenfreie Ernährung einen vermeintlichen „Leaky Gut“ behandelt.

Quelle: Heyman M et al. Intestinal permeability in coeliac disease: insight into mechanisms and relevance to pathogenesis. Gut. 2012. PMID: 21890812. (PubMed)

20. Können Probiotika die Darmbarriere verbessern?

Probiotika können je nach Stamm und Erkrankung unterschiedliche Wirkungen auf Darmmikrobiom und Darmbarriere haben, wobei die Ergebnisse der Studien nicht einheitlich sind. Deshalb kann aus der bisherigen Forschung keine allgemeine Empfehlung für ein bestimmtes Probiotikum zur Behandlung von „Leaky Gut“ abgeleitet werden.

Quelle: Michielan A, D’Incà R. Intestinal Permeability in Inflammatory Bowel Disease: Pathogenesis, Clinical Evaluation, and Therapy of Leaky Gut. Mediators Inflamm. 2015. PMID: 26582965. (PubMed)

21. Können Ballaststoffe die Darmbarriere unterstützen?

Ballaststoffe werden von Darmbakterien teilweise zu kurzkettigen Fettsäuren wie Butyrat verstoffwechselt, die für die Funktion der Darmbarriere relevant sein können. Welche Ballaststoffmenge und -art sinnvoll ist, hängt jedoch von der individuellen Verträglichkeit und von bestehenden Darmerkrankungen ab.

Quelle: Camilleri M. What is the leaky gut? Clinical considerations in humans. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2021. PMID: 34138767. (PubMed)

22. Ist eine „Leaky-Gut-Diät“ wissenschaftlich belegt?

Es gibt keine einheitlich definierte, wissenschaftlich anerkannte „Leaky-Gut-Diät“, die nachweislich bei allen Betroffenen die Darmbarriere normalisiert. Restriktive Eliminationsdiäten sollten daher nicht allein aufgrund eines vermuteten „Leaky Gut“ begonnen werden, insbesondere weil unnötige Einschränkungen zu einer unausgewogenen Ernährung führen können.

Quelle: Camilleri M. Leaky gut: mechanisms, measurement and clinical implications in humans. Gut. 2019. PMID: 31076401. (PubMed)

23. Kann Leaky Gut Nahrungsmittelunverträglichkeiten verursachen?

Eine gestörte Darmbarriere kann mit immunologischen Reaktionen und bestimmten Erkrankungen in Verbindung stehen, aber ein „Leaky Gut“ ist nicht als allgemeine Ursache sämtlicher Nahrungsmittelunverträglichkeiten nachgewiesen. Bei Beschwerden nach dem Essen sollte deshalb zunächst geklärt werden, ob beispielsweise eine Zöliakie, Allergie oder andere gastrointestinale Erkrankung vorliegt.

Quelle: Bischoff SC et al. Intestinal barrier dysfunction in allergic diseases. Curr Opin Allergy Clin Immunol. 2014. PMID: 24326940. (PubMed)

24. Kann Leaky Gut Müdigkeit verursachen?

Müdigkeit ist ein unspezifisches Symptom und kann bei zahlreichen Erkrankungen auftreten, darunter auch Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes. Ein direkter kausaler Zusammenhang zwischen einer isolierten erhöhten intestinalen Permeabilität und Müdigkeit ist bisher nicht ausreichend belegt.

Quelle: Camilleri M. Leaky gut: mechanisms, measurement and clinical implications in humans. Gut. 2019. PMID: 31076401. (PubMed)

25. Kann Leaky Gut Hautprobleme verursachen?

Veränderungen der Darmbarriere werden in der Forschung mit verschiedenen entzündlichen und immunologischen Erkrankungen außerhalb des Darms untersucht. Für die Aussage, dass ein „Leaky Gut“ allgemein Hauterkrankungen verursacht und durch eine Darmbehandlung beseitigt werden kann, fehlen jedoch belastbare klinische Belege.

Quelle: Vancamelbeke M, Vermeire S. The intestinal barrier: a fundamental role in health and disease. Expert Rev Gastroenterol Hepatol. 2017. PMID: 28650209. (PubMed)

26. Hat Leaky Gut etwas mit Autoimmunerkrankungen zu tun?

Eine veränderte Darmbarriere wird als möglicher Faktor bei bestimmten immunvermittelten Erkrankungen erforscht, wobei insbesondere die Wechselwirkungen zwischen genetischer Veranlagung, Umweltfaktoren, Mikrobiom und Immunantwort relevant sind. Ein Nachweis erhöhter Darmpermeabilität bedeutet jedoch nicht, dass eine Autoimmunerkrankung vorliegt oder durch die Darmbarriere allein verursacht wird.

Quelle: Fasano A. Zonulin and its regulation of intestinal barrier function: the biological door to inflammation, autoimmunity, and cancer. Physiol Rev. 2011. PMID: 21248165. (PubMed)

27. Kann man Leaky Gut heilen?

Ob und wie eine erhöhte Darmpermeabilität gezielt behandelt werden kann, hängt von der zugrunde liegenden Erkrankung oder Belastung ab. Die derzeitige Evidenz reicht nicht aus, um eine allgemeine Therapie zu empfehlen, die bei allen Menschen einen vermeintlichen „Leaky Gut“ zuverlässig heilt.

Quelle: Camilleri M. Leaky gut: mechanisms, measurement and clinical implications in humans. Gut. 2019. PMID: 31076401. (PubMed)

28. Welche Behandlung ist bei einer gestörten Darmbarriere sinnvoll?

Die Behandlung sollte sich auf die nachgewiesene Grunderkrankung konzentrieren, beispielsweise Zöliakie oder eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung, statt ausschließlich auf einen vermuteten „Leaky Gut“. Für verschiedene Maßnahmen zur gezielten Wiederherstellung der Darmbarriere werden zwar therapeutische Ansätze untersucht, ihre klinische Bedeutung ist aber noch nicht abschließend geklärt.

Quelle: Michielan A, D’Incà R. Intestinal Permeability in Inflammatory Bowel Disease: Pathogenesis, Clinical Evaluation, and Therapy of Leaky Gut. Mediators Inflamm. 2015. PMID: 26582965. (PubMed)

29. Wann sollte man wegen Verdauungsbeschwerden zum Arzt gehen?

Anhaltende, wiederkehrende oder zunehmende Beschwerden sollten ärztlich abgeklärt werden, insbesondere wenn Gewichtsverlust, Blut im Stuhl, Fieber, nächtliche Beschwerden oder ausgeprägte Schmerzen hinzukommen. Solche Symptome können auf Erkrankungen hinweisen, die eine gezielte Diagnostik und Behandlung benötigen und nicht mit einem unspezifischen „Leaky Gut“ erklärt werden sollten.

Quelle: Michielan A, D’Incà R. Intestinal Permeability in Inflammatory Bowel Disease: Pathogenesis, Clinical Evaluation, and Therapy of Leaky Gut. Mediators Inflamm. 2015. PMID: 26582965. (PubMed)

30. Was ist die wichtigste Erkenntnis zum Thema Leaky Gut?

Eine erhöhte intestinale Permeabilität ist ein reales biologisches Phänomen, das bei bestimmten Erkrankungen und Belastungssituationen nachgewiesen wurde, aber nicht mit einem eigenständigen Krankheitsbild gleichgesetzt werden sollte. Bei Beschwerden ist es daher sinnvoller, nach einer konkreten medizinischen Ursache zu suchen, als einen „Leaky Gut“ als Diagnose vorauszusetzen.

Quelle: Camilleri M. What is the leaky gut? Clinical considerations in humans. Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2021. PMID: 34138767. (PubMed)

Medizinischer Hinweis

Diese Informationen dienen der allgemeinen Aufklärung und ersetzen keine individuelle ärztliche Untersuchung oder Beratung. Der Begriff „Leaky Gut“ wird im Internet teilweise sehr weitgehend verwendet; wissenschaftlich sollte zwischen erhöhter intestinaler Permeabilität als messbarem physiologischem Phänomen und der Behauptung eines eigenständigen „Leaky-Gut-Syndroms“ unterschieden werden. (PubMed)

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